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4. CP Symposium KRITIS Wasser ein voller Erfolg

Symp1v2Wasser ist Ursprung allen Lebens …

… und ist nicht nur deshalb ein hohes, schützenswertes Gut. Wasser bringt Leben und birgt zugleich Gefahren. So hat sich das 4. CP Symposium in diesem Jahr dem Thema KTITIS Wasser gewidmet, das am 6. April erstmals in Mannheim stattfand. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Albrecht Broemme. Nicholas Hefner führte, wie schon in den Vorjahren, durch das Programm.

Hochkarätige Referenten

Hochkarätige Referenten aus THW und Feuerwehr, Forschung und Behörden, Consulting und Wasserbetrieben tauschten sich zu diesem vielfältigen Thema aus, erörterten verschiedene Gefahrenszenarien und Fallbeispiele und präsentierten Lösungsmöglichkeiten.

Trinkwasseraufbereitung

Den Auftakt machte Dr. Markus Mann, Gruppenführer des THW Ortsverbands Wörrstadt, der in Vertretung für den abwesenden THW Präsidenten referierte. In seinem Vortrag „Badewasser oder Trinkwasser“ sprach er über die Aufgaben und Leistungen des THW zur Trinkwasserversorgung und -aufbereitung im In- wie im Ausland samt den hohen Qualitätsanforderungen. Benötigt man im Alltag durchschnittlich 120 L pro Person für die Zubereitung von Lebensmitteln, Trinkwasser, Hygiene und – im Bereich des Katastrophenschutzes – zur Brandversorgung, stehen im Katastrophenfall nur 15 L/Tag zur Verfügung. Wie man damit haushalten kann und wie man sich auf eine plötzliche Wasserknappheit vorbereiten könne, verriet er dabei ebenfalls.

Hydrologische Extremereignisse

Prof. Grünewald machte ins einem Vortrag „Extreme hydrologische Ereignisse und KRITIS Wasser“ einen Ausflug in die Geschichte der Hydrologie an Beispielen von historischen Hochwasserereignissen und deren Folgen. Dabei mahnte er zugleich vor dem scheinbaren Sicherheitsgaranten bei Begrifflichkeiten wie Hochwasserschutz – Prävention wäre wesentlich treffender und suggeriere „nicht etwas, was nicht da ist.“ Die Herausarbeitung der Vorsorge- denn der Schutzmaßnahme sieht er als wichtiges Ziel in der Kommunikation und Auseinandersetzung rund um dieses Thema an. Schließlich beherrsche Die Natur uns und nicht umgekehrt!

Klimawandel und seine Folgen

Die Schlüsselgröße für den Klimawandel sei unausweichlich der weltweite CO2-Ausstoß, so Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes. In seinem Vortrag „Mehr Dürren und Sturzfluten“ beleuchtete er den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Zunahme von Extremwetterereignissen – von Hitzeperioden bis hin zu Hochwasserlagen. Dabei arbeitete er heraus, dass am der zweiten Jahrhunderthälfte die Wetterereignisse deutlich zunehmen würden: Mehr heiße Tage mit extremen Ausprägungen an den stärksten Tagen seien zu erwarten, so die Prognosen der Meteorologen.

Unternehmenssicherheit

Über die Anforderungen der Unternehmenssicherheit im Kontext der Kritischen Infrastruktur Wasser berichtete Hermann Kühne, Leiter Unternehmenssicherheit der Berliner Wasserbetriebe. Sein Vortrag trug den rhetorischen Titel „Fließt unser Wasser auch ohne Strom?“, was ganz klar mit nein zu beantworten sei. Für den Großraum Berlin drohe im Falle eines Blackouts eine Abwasserhavarie enormen Ausmaßes, weshalb entsprechende Sicherheitsvorkehrungen, ein reger und intensiver Austausch zwischen allen Stakeholdern und eine zielgruppengerechte Krisenkommunikation für alle Bereiche gelte und beübt werde.

KRITIS Sektoren

Einen Blick auf das rechtswissenschaftliche Themenfeld im Rahmen des neu erlassenen nationalen IT-Sicherheitsgesetzes warf Wilhelm Dolle, Partner Security Consulting KPMG AG. Dabei beleuchtete er Anfordernisse im Zuge der Umsetzung des IT-Sicherheitsgesetztes am Beispiel der KRITIS Sektors Wasser und zeigte die inhaltlichen Rahmenbedingungen exemplarisch auf.

Übungsszenarien

Dr. Hans-Walter Borries, Institutsleiter des Instituts für Wirtschafts- und Sicherheitsstudien an der Universität Witten/Herdecke, plädierte in seinem Vortrag „Auswirkungen eines langanhaltenden Stromausfalls auf die Wasserver- und -entsorgung“ für die Datensammlung solcher Szenarien für ein verbessertes Informationsmanagement. Nur mittels Übungen und praxisnahen Evaluierungsprozessen sei dieser „Worst Case“ überhaupt in seinen Dimensionen und Auswirkungen zu ermessen. Dabei gehe es nicht darum, sich „schulterklopfend über erfolgreich absolvierte Übungen“ zu freuen, sondern kritisch mit Fehlern und Unzulänglichkeiten im Sinne von Best Practice umzugehen. So forderte er das Plenum auf, das negative Thema Stromausfall und KRiTIS kritisch zu hinterfragen und auch mal „den Finger in die Wunde zu legen.“

Politische Aspekte

Erster Bürgermeister Stadt Mannheim, Christian Specht
Erster Bürgermeister Stadt Mannheim
Christian Specht

Über politische Aspekte der Wasserver- und -entsorgung der Stadt Mannheim sprachen der 1. Bürgermeister Christian Specht, Betriebsingenieurin Claudia Harms, Wasserwerke MVV Energie AG, und der Leiter Abteilung Katastrophenschutz/Verwaltung der Feuerwehr Mannheim Klaus Handermann. Dabei beleuchteten die drei Referenten aus ihren speziellen Blickwinkeln die Beweggründe von Entscheidungsprozessen, die Abhängigkeiten der städtischen Versorgungsinfrastruktur und des Notfallmanagements sowie die Ausrichtung des Katastrophenschutzes.

Podiumsdiskussion

In einer abschließenden Podiumsdiskussion erörterten die Teilnehmer das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Schutz und zeigten die Verletzbarkeit des Systems in Deutschland auf.

Produktvorstellungen

In Kurzvorträgen präsentierten Referenten aus der Industrie Ihr Lösungsportfolio für vielfältige Einsatzlagen; darunter Hanno Heeskens, Geschäftsführer cubos Internet GmbH, Egon Grainer, NETZSCH Pumpen & Systeme GmbH und Christian Scheucher, Geschäftsführer von secXtreme GmbH.


(SH)


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